19. Jahrhundert in Voigdehagen

 

Im 19. Jahrhundert wurde Voigdehagen erweitert, zahlreiche neue Bauten entstanden. Der Ort bekam eine Schule. Die Voigdehäger selbst lebten noch immer von der Landwirtschaft und auch der Voigdehäger Teich wurde aktiv befischt.

Zeittafel 19. Jahrhundert

Der Teich diente sowohl zur Versorgung der heimischen Bevölkerung, aber auch zum Verkauf auf den Stralsunder Märkten.

Für die Mitte des 19. Jahrhundert weisen die Akten zahlreiche Neubauten in Voigdehagen aus: Z.B. Bau eines neuen massiven Wohnhauses, einer neuen Scheune eines neuen Backhauses, von Katen, einer Wagenremise und von Stallungen. Weiterhin gibt es manche Neu- und Erweiterungsbauten auf dem Gutshof von Voigdehagen.

Im 19. Jahrhundert wurden außerdem verschiedene Verbesserungen der Wege in, zu und um Voigdehagen vorgenommen, wie z.B. 1741 die Reparatur der Landstraße von Stralsund nach Voigdehagen. Die Umlegung des Steindammes durch das Dorf Voigdehagen sowie die Vergrößerung der Brücke zwischen dem Voigdehäger und Andershofer See

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Voigdehagen auch an das Eisenbahnnetz des Deutschen Reiches angeschlossen. Der Ort liegt direkt an der Strecke der ehemaligen Berliner Nordbahn, welche von Berlin über Neubrandenburg nach Stralsund führt.

Bildarchiv Rolf. J. Richter

 

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20. Jahrhundert in Voigdehagen

 

Bis 1945 gab es noch eine Schule in Voigdehagen, in der die Kinder aus Voigdehagen, Teschenhagen, Wendorf  und Zitterpenningshagen zur Schule gegangen sind. Sie gehörte bis 1939 zur Kirchgemeinde und wurde dann von der Hansestadt Stralsund gekauft.

Zeittafel 20.Jahrhundert

1945 wurde die Schule geschlossen und steht heute nicht mehr. Mehr dazu erfahren Sie in einem eigenen Kapitel zur Geschichte der Schule in Voigdehagen.

In Voigdehagen gab es auch große Scheunen, in denen das Nutzvieh gehalten worden war. Die Scheunen, so wie viele Ackerflächen nahe dem Ort waren in privatem Besitz, bevor die Familien im Zuge der sogenannten Bodenreform enteignet wurden und die Güter von den LPG verwaltet wurden.


Die Scheunen, wie auch viele weitere Wohngebäude verfielen nach und nach und vieles musste durch die Folgen der Mangelwirtschaft letztlich abgerissen werden. Heute existieren leider keine Scheunen mehr in Voigdehagen.

Alte Scheune in Voigdehagen (Archiv Rolf J. Richter)

Der Bahnhof in Voigdehagen, welcher an der Strecke der ehemaligen Bahnstrecke der Berliner Nordbahn liegt, wird stillgelegt. Letztlich waren es dann doch sinkende Passagierzahlen und der Umstieg vieler Menschen auf das Auto, als flexibleres Verkehrsmittel. Insgesamt ist der Ortsteil Voigdehagen noch stiefmüttlerich erschlossen, was den öffentlichen Personennahverkehr angeht. Es bedarf hier in jedem Fall eines Ausbaus.

Die alte Wartehalle am Voigdehäger Bahnhof im Jahre 1981 (mittlerweile abgerissen)

Foto von Rolf. J. Richter

1997/98 erfolgte die Sanierung des Glockenhauses und der Austausch der Glocken. Die  bisherigen Glocken, sie stehen jetzt vor dem Portal, wurden von der Firma Bachert/Heilbronn durch drei Bronzeglocken ersetzt. Die Einweihung führte Pfarrer Filter 1999 durch.
In den 1990er Jahren wurden das Dach der Kirche erneuert und die Balkendecke saniert. Offen bleiben immer noch eine umfangreiche Grundsanierung des Kirchengebäudes, insbesondere der baufälligen kleinen Sakristei.

 

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21. Jahrhundert in Voigdehagen

 

Nach der politischen Wende 1989 / 1990 hat sich vieles in Voigdehagen verändert, manches zum positiven, aber auch einiges zum negativen.

Zeittafel 21. Jahrhundert

Positiv zu erwähnen ist sicherlich die neue Straßenbeleuchtung im Ort und die Sanierung vieler kleiner Häuser in dem Ort nach der Wende. Auch zahlreiche Neubauten entstanden. Trotzdessen hat der kleine Ort im Süden Hansestadt nichts von seinem Charme verloren.

Das weiße Haus im Jahre 2009

Negativ zu erwähnen ist der wegfallende Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn und es gibt leider auch keinen Busverkehr in Voigdehagen, man ist in diesem Ortsteil also schon auf ein Auto angewiesen.

Der Glockenstuhl der Kirche wurde erst vor kurzer Zeit neu gestaltet, die Grabkapelle der Familie Wulffcrona war allerdings stark baufällig und wurde mittlerweile auch abgerissen. Die Sakristei der Kirche ist außerdem auch in einem erbärmlichen Zustand und müsste dringend erneuert werden. Die Kirchengemeinde ist da über jede Spende sehr dankbar.

Erbbegräbnis Wulffcrona, wurde leider wegen Baufälligkeit mittlerweile abgerissen

2013 wurde ein neuer Fußweg in Voigdehagen übergeben. Somit besteht mehr Sicherheit für die Fußgänger neben der belebten schmalen Durchfahrtsstraße, nahe des früheren Mühlberges.

Es ist geplant, noch weitere Wohnhäuser in Voigdehagen zu errichten. 2017 erfolgten hierzu schon einige Baugrunduntersuchungen. Wichtig wäre in diesem Zuge auch die Sanierung der alten Dorfstraßen.

 

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